Schreibblockade

Ironischerweise streikte mein PC, nachdem ich die Überschrift getippt habe und wollte mich zunächst keinen Text tippen lassen…
Eigentlich wollte ich so beginnen:
Mein Körper hat sich gestern und heute geweigert, so früh aufzustehen, dass ich mein vorgenommenes Arbeitspensum geschafft hätte. Die Förderpläne stehen an. Und manchmal gelingt der Flow beim Schreiben und manchmal stellt er sich (noch) nicht ein. Dann ist es eine Fleißarbeit. Hoffentlich habe ich in der kommenden Woche mehr Flow, denn es stehen noch ein paar andere Dinge an…

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Zweierlei Maß

Es gibt so Tage – heute zum Beispiel – da finde ich die Dienstauffassung einiger meiner derzeitigen Kollegen zum kotzen. Stichworte: Fürsorge- und Aufsichtspflicht; Pünktlichkeit; Schaffung eines guten ,auch Zeit-, Rahmens für Gespräche mit außerschulischen Kooperationspartnern; rechtzeitig Absprachen treffen für eigenständiges Arbeiten; Durchführung der AGs; sich daran erinnern können, dass jemand schonmal sehr entgegenkommend war; allgemeine Piefigkeit… Ratet mal, wer davon heute beeinträchtigt wurde.

Ja, meine Laune könnte besser sein!

Ja, meine Laune wird auch dadurch beeinträchtigt, dass meine Zähne (bzw. momentan verdächtige ich besonders einen Zahn) auch nach der zahnärztlichen Behandlung noch ein gewisses Schmerzpotenzial aussenden. Aber auf den Röntgenbildern ist kein weiterer Behandlungsbedarf erkennbar. Das hat der verdächtige Zahn noch nicht verinnerlicht und reagiert gerne auf gewisse Reize. Also gibt es bei mir derzeit Schonkost, dabei wäre mir grade total nach Karamellsoße…

Hach, wie sehr wünsche ich mir eine erfolgreiche positive Veränderung…

Schluss mit konstruktiv

Donnerstag hatte es in sich und wurde seinem Namen gerecht. Es begann mit unterschwelligen Spitzen (Rumgezicke). Ging damit weiter, dass ich urplötzlich in einer Weise angeblafft und meine fachliche Entscheidungskompetenz in Frage gestellt wurde (Rumgezicke deluxe nach einem bei dieser Kollegin bereits bekannten Muster; die Fachkompetenzfrage konnte mittlerweile zu meinen Gunsten bestättigt werden – was auch sonst…) die mich perplex und geladen zurückließ. Eine halbe Stunde später meinte dann auch noch der Logopäde mich wegen einem Schüler, der noch nicht einmal in meine Klasse geht und zusätzlich wegen oller Kamellen mit denen ich auch nichts zu tun habe, als Blitzableiter nutzen zu müssen (HB-Männchen können auch zickig sein). Meine Kräfte zum konstruktiv sein wurden arg in Anspruch genommen. Ich fühle mich wie nach einem kalten Gewitterregen.

Und huste weiter vor mich hin…

Am Freitag konnte ich aber auch schon wieder den ironischen Gedanken fassen: „Mann, muss ich toll sein, wenn sich an mir nur etwas zum kritisieren findet, wenn ich richtig gehandelt habe.“

Es sind immer die anderen

… niemals man selber, der für irgendwas verantwortlich ist, weil man selber ja selbstverständlich völlig unfehlbar ist und immer Recht hat. Denkt sich jedenfalls das rechthaberisch kritisierende HB-Frauchen in meiner Umgebung.

Ansonsten begann die Woche mit einer Suspendierung vom Unterricht, ging weiter mit einer Nacht deren Schlafphase um 1:45 Uhr endete, und hatte heute einen Unfall (Deospray ins Auge) und einen dringenden Diebstahlverdacht im Repertoire. Sowie das Übliche … erstaunlich, dass wir trotzdem zum Unterricht kommen.

Ich freue mich jedenfalls, wenn diese Woche vorbei ist und denke mir immer, wenn ich husten muss, dass es erholsamer gewesen wäre, sich noch eine Woche länger krank schreiben zu lassen… 😦

Aber ich bin ja pflichtbewußt und mag meine Schüler weiterhin und Kunst hat heute auch wiedereinmal Spaß gemacht.

Fußnote: Als Feierabendausgleich habe ich eine kleine spontane Radtour gemacht. Und was muss ich dabei sehen? Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat jemand einen Krampfanfall, was die Radtour unterbricht, bis der Rettungsdienst da ist. Jetzt beginnt der unaufgeregte Teil der Feierabendgestaltung (Unterrichtsvorbereitung, du musst bis morgen warten), denn es ist ein neues Hector-Buch erschienen.

Nimm deine traurigen Lieder und schmeiß sie in den Mülleimer

Recht hat er damit, der Funny van Dannen, auch wenn es nicht immer leicht fällt… Momentan möchte ich lieber hinschmeißen und zwar die Arbeit, weil ich in Kommunikationsstrukturen gedrängt werde, an denen ich mich nicht beteiligen will und deswegen eine Verteidigungsstrategie dagegen aufbauen muss. Und ich bin doch leider so ein doller Kopfmensch, besonders wenn mich emotional etwas mitnimmt. Und dann habe ich den Kopf nicht genügend frei, um gestalterisch an meinen Unterricht, Förderplangespräche etc. zu denken. Was mich trotzdem zur Schule gehen lässt: meine Schüler (auch wenn die diese Woche ganz schön gesprächsbedürftig waren…) und liebe Kolleginnen (z.B. L. bei der ich mich gestern konstruktiv am Telefon auskotzen konnte).

Es wird höchste Zeit für eine gaaanz normale Schulwoche und ein extraschönes Wochenende im Anschluss!

Wie ich zur Zeit auf Schokolade verzichten könnte, weiß ich noch nicht, denn der Tipp 057 lautet: „Für Kaffee-Junkies oder Schokolade-Abhängige: Verzichten Sie heute auf alle ungesunden Lebensmittel.“ Na dann esse ich halt nur die gesunde Schokolade mit mindestens 75% Kakaoanteil… 😉

Unruhige Raumsituation

Momentan fühlt es sich nach unserem Umzug so an, als wären wir ein Nomadenstamm. Es ist noch nicht alles am richtigen Platz in den Schränken, die Räume sind zu warm (Höchstwert 32°C), wir müssen uns auf Wanderschaft begeben um unser Mittagsgeschirr wiederzufinden (vorläufig essen wir im ehemaligen Motorikraum, in den aber übernächste Woche das Lehrerzimmer umziehen muss, wo wir danach Mittag essen werden?: nichts genaues weiß keiner nicht…), wir wandern täglich zum Schwimmlager ins Freibad und müssen gut überlegen was wir wohin mitnehmen um möglichst Wege zu sparen. In dem Gebäude in dem sich meine Klasse befindet, sind zwei unterschiedliche Reinigungsfirmen tätig, die sich auch erstmal einigen mussten, wo sie ihre Wischmobs etc. lassen. Und auch unsere Klasse muss sich mit unserer Nachbarklasse über einiges einig werden, was nicht besonders einfach ist… Reibungsverluste en masse… Daneben sind nicht alle meine Schüler derzeit ausgeglichen (was ich absolut verstehen kann) und es sind Gespräche erforderlich, z.B. das Christoph keine Handyaufnahmen von sich umziehenden Schülerinnen machen darf oder wohin Vladimir sich bei Frustration zurückziehen kann, damit er nicht gleich ganz wegläuft. Ich muss mir derzeit folgenden Spruch ins Bewusstsein rufen: „Gelassenheit ist die Kunst, mit dem Unvermeidbarem zu kooperieren.“ und versuchen, mir und meinen Schülern Freiräume des Wohlbefindens zu schaffen…

Ich konnte also, wie erwartet, diese Woche nicht auf Multitasking (vgl. Tipp 053) verzichten. Der Tipp 054 für die kommende Woche lautet: „Sehen Sie sich einen Kinofilm an, nur weil Ihnen der Titel gut gefällt.“

Wo ist meine Kuh?*

Jetzt habe ich die Idee, woher meine als Lendenwirbelsyndrom bezeichneten Rückenschmerzen herkommen: Das sind die von mir angespannten Schließmuskeln, damit mir nicht der Satz entfährt: „Das ist doch alles Kinderkacke!“. Stattdessen bleibe ich professionell, was manchmal nervt und anstrengend ist…

Heute war weitestgehend kein entspannter Schultag. Aber die Freizeitgestaltung war dafür wohltuend.

* Inklusive Terry Pratchett-Hörbuch hören 🙂